Projekt

Mein wildes Heim: ein offenes und dynamisches Kunstprojekt 




Unter dem kontrastiven Titel Mein wildes Heim setzen sich Künstlerinnen in unterschiedlicher Zusammensetzung seit 2012 mit dem Themenkomplex Heim – Heimat – Daheimsein – Identität auseinander. Das Kernteam besteht aus den Mitbegründerinnen Ilona Hellmiß, Claudia Rottsahl-Schwachhöfer, Michaela Schulze Wehninck und Manuela Stein. In dem Projekt hinterfragen sie eine scheinbar vertraute Welt (germ. = „haima“), eine Welt, die bei näherer Betrachtung viel Störendes, Verstörendes, gar Zerstörendes haben kann.

„Das wilde Heim“, so der Publizist Steffen Gerz, „ist ein transitorisches Ausstellungskonzept, oder, um im Bild zu bleiben: Das ‚wilde Heim‘ ist ein Gebäude, das nicht fertig werden soll, sondern fortlaufend im Prozess der Konstruktion, Dekonstruktion, Zerstörung und Neuaufbau gehalten wird. Die anhaltende Reflexion zum Thema steht dabei im Mittelpunkt. 
In der Bearbeitung der Künstlerinnen entpuppt sich dabei das als meist als altbacken oder auch konservativ wahrgenommene „Heim“ als hochaktueller Schauplatz von Rollensuche, persönlicher Identitätsfindung oder der Suche nach den eigenen Wurzeln. 
Das künstlerisch mit den Mitteln von Raum- und Videoinstallation, Fotografie und Zeichnung erschaffene ‚wilde Heim‘ konstruieren die Künstlerinnen jedes Mal neu und anders, denn die Gruppe stellt sich selbst immer wieder andere Aufgaben der Herangehensweise und lässt neue Eindrücke und Einflüsse ausdrücklich zu.“

Die Künstlerinnen haben in Essen Kunst studiert, u. a. bei der in Düsseldorf lebenden bosnischen Videokünstlerin Danica Dakić. 

Auch nach Beendigung ihrer Akademiezeit war und ist es den Künstlerinnen wichtig, sich einer kritischen Auseinandersetzung mit ihren Arbeiten zu stellen, sich künstlerisch auszutauschen und ihre Netzwerke zu pflegen und auszubauen. So entstand Anfang 2012 die Idee, sich längerfristig mit der Heim- und Heimatthematik zu beschäftigen. Seither fanden Ausstellungen in Duisburg, Mönchengladbach, Solingen, Bedburg-Hau und Bocholt statt. 2016 nahm Mein wildes Heim in der „Edition ROT“ im Frauenmuseum am Themenschwerpunkt Work & Women teil: Mein wildes Heim wurde zur begehbaren Installation, in der die Einzelpositionen aufgelöst waren und öffnete sich erstmalig auch für Gastkünstlerinnen – Schauspielerinnen, Musikerinnen, Performance-Künstlerinnen und Tänzerinnen. 

Mein wildes Heim ist dynamisch, offen, bisweilen anstrengend – wild eben. Steffen Gerz beschreibt es so: „Was dieses Heim so ‚wild‘ macht, ist unter anderem der Entstehungsprozess der Ausstellungen, der stellvertretend für die Dynamik der Gruppe steht: Arbeiten und Ausstellungsschwerpunkte entstehen in gemeinsamer Diskussion und Auseinandersetzung, Lösungen werden erstritten. Ebenso dynamisch und leidenschaftlich geraten konsequenterweise auch die Antworten auf die jeweilige künstlerische Versuchsanordnung. 
Das wilde Heim entsteht in allen bisherigen Projekten darum als ein unbezähmbares, teils gar aggressives und vor allem höchst lebendiges Konzept, das aufgrund der unterschiedlichen Blickwinkel in permanenter Bewegung ist und bleibt.“



















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